Morgen Traditionsderby ThSV vs. SCM in Eisenach – Es gab schon heiße Duelle

Foto: Christian Heilwagen
Als Titelverteidiger fährt unser SCM morgen zum Handball-Sparkassen-Cup. Am Freitagabend steht gleich ein Highlight an. Um 20 Uhr treffen die Grün-Roten in der Werner-Aßmann-Halle, dem Handballtempel Thüringens, auf den Gastgeber ThSV Eisenach. Der Zweitliga-Aufsteiger empfängt das Erstliga-Spitzenteam. SCM-Trainer Bennet Wiegert sagt mit Vorfreude auf den morgigen Ostderby-Abend: "Wir freuen uns auch in diesem Jahr wieder Gast beim Handball-Sparkassen-Cup in Eisenach sein zu dürfen. Eisenach verfügt über viel Tradition im Handball und diese ist sicher auch mit älteren Wettkämpfen gegen uns verbunden. Ich freue mich sehr unser neu formiertes Team in Eisenach präsentieren zu können."
ThSV vs. SCM. Zwischen 1997 und 2016 gab es einige unvergessene Bundesligaduelle der beiden Traditionsvereine. In Eisenach hatten es unsere Grün-Roten, bis auf die letzten Partien vorm Abstieg der Thüringer. nie leicht. In der HBL-Statistik sind bei Partien in der Aßmann-Halle je vier Siege für Eisenach und Magdeburg, bei einem Unentschieden, festgehalten. Morgen sind die Rollen eindeutig verteilt, der SCM ist Favorit. Aber so war es auch bei zwei unvergessenen Derbys in der Bundesliga-Historie.
Als Deutscher Meister und vermeintlicher Favorit lief unser SCM am ersten Spieltag der Bundesliga-Saison 2001/02 in Eisenach auf. Mit hängenden Köpfen schlichen die Grün-Roten dann nach der überraschenden 19:20-Schlappe beim ThSV aus der Halle. Der damalige Ligaausschuss-Vorsitzende Heinz Jacobsen sagte: „Die Niederlage von Magdeburg ist eine kleine Sensation."
Mit 13:8 (32.) führte das Team von Trainer Alfred Gislason in der mit 3140 Zuschauern ausverkauften Werner-Aßmann-Halle. Doch der formschwache Meister fand keine Sicherheit. Vor allem in der letzten Viertelstunde baute die Mannschaft stark ab. "Wir haben uns in der Phase regelrecht in die Hose geschissen, das Tor der Eisenacher nicht mehr gesehen", formulierte Nationalspieler Stefan Kretzschmar drastisch. Auch Coach Gislason redete Klartext: "Wir haben den Sieg weggeworfen, in der Schlussphase Nerven gezeigt. Eigentlich müssten alle wissen, dass ein Spiel 60 und nicht nur 50 Minuten dauert."
In der Saison 2003/04 war unser SCM auf Bundesliga-Höhenflug mit sechs Auftaktsiegen. Darunter das legendäre 30:19 in Flensburg. Im verflixten 7.Punktspiel in Eisenach trauten über 3100 Zuschauer ihren Augen nicht: Der ThSV, mit fünf Niederlagen in das Spieljahr gestartet und nach personellem Aderlass von vielen als Absteiger Nummer eins gehandelt, bot dem haushohen Favoriten Paroli. Allerdings musste auch der damalige Bundestrainer Heiner Brand als Augenzeuge erleben, wie die SCM-Leistungsträger klar unter ihren Möglichkeiten blieben. So kam Stefan Kretzschmar als bester Linksaußen Deutschlands gegen Ronny Göhl kaum zum Zuge und markierte sein zweites Tor erst mit der Schlusssirene. „Wir haben im Kader zu viele Leute, die uns mit ihrer gegenwärtigen Verfassung nicht weiterhelfen. Vor allem die Routiniers sind in der Hektik in Eisenach nicht klargekommen“, schimpfte dann auch SCM-Trainer Alfred Gislason. Die Gastgeber spielten taktisch groß auf und ließen mit ihrer offensiven Deckung die Magdeburger nicht zu ihrem gewohnten Angriffsspiel kommen. Dennoch ging der Favorit 10:7 (23.) in Führung. Doch der ThSV kämpfte sich wieder heran und drehte vor allem in der zweiten Spielhälfte richtig auf. In der 40. Minute lagen die Thüringer beim 15:12 erstmals mit drei Treffern in Front und gaben die Führung nicht mehr aus der Hand. Einen besonders guten Tag hatte Eisenachs Torwart Karsten Lehmann, der erst kurz vor Spielbeginn für Dragan Jerkovic (Leistenverletzung) ins ThSV-Gehäuse kam. Der Keeper wehrte 19 Torwürfe ab. Der ThSV kaufte dem SCM den Schneid ab. „Titelanwärter Magdeburg war wohl etwas erschrocken über unsere Moral", resümierte Eisenachs Coach Peter Rost.
Der Sparkassen-Cup wird vorrausichtlich per Livestream von Sportdeutschland.tv und den MDR übertragen. Weitere Infos folgen.
