SCM EURO-TAGEBUCH #15: Vier Halbfinalisten, viermal Magdeburg

Gisli Kristjansson zieht mit Island ins Halbfinale ein (Foto: kolektiff)
Sechs Spiele, 12 Magdeburger und jede Menge Emotionen. Während der Großteil um den Einzug ins Halbfinale kämpfte, ging es für andere um das Spiel um Platz 5. Die neuesten Ereignisse rund um die SCM-Spieler gibt’s hier im Überblick.
Nach Hause oder zum Finalwochenende nach Herning fahren, das war die Frage. Und in dieser Sache war am Mittwoch vielerorts noch beides möglich.
Spanien - Portugal 27:35 (12:16)
Die Anfangsphase war von einigen Fehlwürfen und technischen Ungenauigkeiten geprägt, wobei sich Sergey Hernandez allerdings im Tor mehrmals auszeichnen konnte. Da im Angriff der Spanier aber nicht viel funktionierte, ließ sich ein früher Rückstand nicht abwenden (4:9, 16.). Wieder und wieder wurde der Ball leichtfertig aus der Hand gegeben. Als dann aber auch die Defensive die Arbeit reduzierte, wurde es für Hernandez umso schwerer – und der Spielstand deutlicher. Am Ende kam der Magdeburger Keeper auf acht Paraden.
Nach nur zwei Siegen in diesem Turnier ist für die Spanier nun vorzeitig Schluss. Die Halbfinalträume konnte sich das junge Team nach seinem personellen Umbruch nicht erfüllen.
Slowenien - Island 31:39 (16:18)
Island legte von der ersten Minute an alles rein. In der temporeichen Begegnung traf Omar Ingi Magnusson zum 3:4 (8.) und war mit seinen zahlreichen Durchbrüchen, Rückraumwürfen und Vorlagen ein wichtiger Faktor dafür, dass sich sein Team den Halbfinal-Einzug sicherte. Mit sieben Treffern von Magnusson und zwei von Kristjansson erhöhte Island der Vorsprung kontinuierlich und ließ Slowenien nie eine Chance. Damit steht die Inselnation erstmals seit 16 Jahren in einem europäischen Halbfinale.
„Wir haben in allen Bereichen des Spiels – in Defensive, Offensive und auch im Positionsspiel – gut performt. Wir hatten nach der ersten Halbzeit ein richtig gutes Gefühl, auch wenn wir nicht so weit vorne waren. Doch wir haben gute Antworten gefunden und konnten uns in der zweiten Halbzeit sogar noch steigern“, sagte Magnusson nach Abpfiff.
Kroatien - Ungarn 27:25 (13:15)
Matej Mandic begann erneut zwischen den Pfosten, musste allerdings nach knapp sieben Minuten auf die Bank. Bis dahin hatte sich Ungarn mit 100 Prozent Wurfeffektivität einen Drei-Tore-Vorsprung erspielt (2:5) – und legte auch danach weiter vor. Bis zur 44. Minute.
Dann glich Kroatien aus, ging im Anschluss auch in Führung (21:20, 46.) und holte sich in einer umkämpften Schlussphase den Sieg. Und nicht nur das. Die zwei Punkte waren gleichbedeutend mit der Tabellenführung und somit dem Halbfinal-Ticket.
Deutschland – Frankreich 36:34 (19:15)
In dem entscheidenden Spiel um den Einzug ins Halbfinale der ersten Hauptrunde schenkten sich beide Seiten zunächst wenig. In der neunten Minute traf Lukas Mertens dann aber zum 6:5, noch einmal gut neun Minuten später stand es bereits 11:7, und bis zur Pause lag die DHB-Auswahl bereits mit vier vorne.
Mit dem Rückenwind der ersten Halbzeit kam das Team auch im zweiten Durchgang energisch aus der Kabine. Frankreich jedoch steigerte sich und verkürzte (27:26, 47.). Mertens aber traf prompt zum 28:26 und Deutschland gab den Sieg in der Schlussphase nicht mehr aus der Hand.
„Das ist überragend. Ein tolles Gefühl hier unter den besten vier Teams Europas zu sein. Unser Plan ist aufgegangen und wir haben es als Team geschafft, alles aufs Feld zu bringen“, sagte Mertens, der nicht nur den letzten Treffer der Partie erzielte, sondern auch drei weitere Tore beisteuerte.
Dänemark - Norwegen 38:24 (19:16)
Der Gastgeber startete verhalten in die Partie und lag in der 14. Minute mit 8:10 zurück. Dann kam auch Kapitän Magnus Saugstrup ins Spiel, der zuvor noch auf der Bank gesessen hatte und kam mit seinem Team auf 10:11 (17.). Kurz vor Ende der ersten Halbzeit kippte die Partie dann auch in Richtung der Dänen (14:14, 27.).
Nach der Pause machte Dänemark kurzen Prozess, in der 36. Minute traf Saugstrup zum 23:17. Vor 15.000 Fans baute der Weltmeister die Führung weiter aus und holte sich souverän die Tabellenführung. Damit geht’s im Halbfinale gegen Island.
„Wir hatten viele schwere Spiele, haben aber gut gespielt. Wir wollten unbedingt in dieses Halbfinale und da stehen wir jetzt auch. Darauf sind wir stolz“ Saugstrup, der wieder einmal in der Defensive glänzte und sich zudem mit drei Treffern in die Statistik eintrug.
Schweiz - Schweden 21:34 (12:14)
Für die Schweden war schon vor dem Anpfiff klar: Das Halbfinale würden sie nicht mehr erreichen. Trotzdem ließ sich das Team nicht hängen, wollte sich vor heimischem Publikum noch einmal entsprechend präsentieren. Doch einfach wurde es gegen die Schweiz nicht, wo Nikola Portner im Tor auftrumpfte und in der Anfangsphase direkt drei Bälle wegnahm. Ab der 11. Minute mussten die Blau-Gelben zudem auf Albin Lagergran verzichten, der nach einem Schlag ins Gesicht benommen vom Feld musste, und die Schweiz – heute ohne Manuel Zehnder – ging mit 6:4 (15.) In Führung.
Bis zur Pause holte Schweden aber wieder auf und ließ auch danach nicht nach. Dabei kamen die Magdeburger Spieler, die bisher ordentlich Einsatzzeit geschrubbt haben, eine Pause. Dessen ungeachtet holte sich Schweden sicher die Punkte – und qualifizierte sich immerhin fürs Spiel um Platz 5 in Herning gegen Portugal.
Während Daniel Pettersson und Oscar Bergendahl je einen Treffer erzielten, blieben Felix Claar und Albin Lagergren ohne Tor. Bei der Schweiz stand Manuel Zehnder nicht im Kader, Portner parierte 8 Bälle.
Am 29. Januar ist bei der Euro Ruhetag. Das heißt für Dänemark, Deutschland und Portugal einmal tief durchatmen und sich fürs Halbfinale bzw. das Spiel um Platz 5 am Freitag vorbereiten. Die jeweiligen Gegner Kroatien, Island und Schweden müssen derweil erst noch aus Malmö nach Dänemark reisen. Alle anderen Teams dürfen sich auf den Heimweg machen.
Wir begleiten das Turnier täglich auf unseren Kanälen – sowohl mit Updates auf der Homepage als auch mit exklusiven Eindrücken vom Turnier vor Ort auf Social Media. Also klickt euch rein!
