SCM EURO-TAGEBUCH #4: "Das Eis ist gebrochen"

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Matej Mandic jubelt nach dem Sieg

Matej Mandic gewinnt mit Kroatien (Foto: kolektiff images)

Alle 13 Vertreter des SCM sind in die Europameisterschaft gestartet, alle konnten bisher punkten. Die neuesten Ereignisse rund um das Turnier gibt’s hier im Überblick – samt einiger Überraschungen.

Titelverteidiger Frankreich legte mal wieder vor, gewann deutlich gegen die Ukraine mit 46:26. Norwegen zog ebenfalls mit dem zweiten Sieg gleich, setzte ein 29:25 gegen Tschechien. Aus Magdeburger Sicht gab es vier Begegnungen von Interesse. Dabei waren sieben SCM-Spieler im Einsatz – und gingen nicht alle glücklich vom Feld.

Österreich – Spanien 25:30 (12:19) 

Eines war schon im Vorfeld klar: Spanien würde Österreich nicht unterschätzen – dass hatte Sergey Hernandez in Erinnerung an das letzte Aufeinandertreffen klar formuliert. Dementsprechend engagiert agierte sein Team. In der sechsten Minute gingen die Iberer mit 4:2 in Führung und obwohl die Alpenrepublik weiter mithielt, baute Spanien den Vorsprung weiter aus. Nicht zuletzt, weil Hernandez performte. 

Wenngleich Österreich zwischenzeitig verkürzte, in Gefahr geriet der Sieg nicht. Und für Hernandez standen letztlich neben den zwei Punkten 13 Paraden, eine 35,14 Prozent Quote, zwei Treffer plus die Auszeichnung zum Spieler des Spiels zu Buche. Mit zwei Siegen ist ein großer Schritt Richtung Hauptrunde gemacht.

„Das war eine klasse Mannschaftsleistung. Jeder hat alles reingeworfen und gemeinsam haben wir dann das Spiel gewonnen. An manchen Stellen haben wir noch etwas Arbeit vor uns, aber das werden wir analysieren. Jetzt haben wir aber erst einmal einen Tag Pause, dann geht der Fokus auf das Spiel am Montag gegen Deutschland“, sagte Hernandez.

Kroatien – Georgien 32:29 (15:14)

Das war ganz anders geplant! Der Turnierauftakt in Malmö verlief denkbar schlecht für die Kroaten. Außenseiter Georgien – erst das zweite Mal bei einer EM dabei –, legte fulminant vor und stellte in der 14. Minute auf 5:10. Zu viele technische Fehler, eine schlechte Wurfauswahl: Dem Ruf eines Vize-Weltmeisters wurde Hrvatska nicht gerecht. Zumindest zum Anfang. Denn: In der 23. Minute verkürzte das Team auf 10:12, in der 27. Minute gab es eine 13:12-Führung. Grund dafür war auch die Quote vom eingewechselten Matej Mandic: Der Magdeburger hielt drei der sieben auf ihn in Halbzeit eins abgefeuerten Würfe!

Nach der Pause blieb es spannend. Mandic konnte keine weitere Parade liefern und in der 45. Minute ging Georgien wieder in Führung (22:24). Trotzdem reichte es für den Erfolg.

„Wir haben nicht gut gespielt, glücklicherweise aber trotzdem irgendwie gewonnen. Wir haben zu viele Fehler gemacht. Trotzdem: Es war das erste Spiel und das Eis ist gebrochen. Jetzt müssen wir uns zusammensetzen, analysieren und schauen, dass wir besser weitermachen“, sagte Mandic nach Abpfiff.

Schweden – Niederlande 36:31 (16:12)

11.000 Menschen, alle in blau-gelb, eine Mission: der EM-Titel. Die Erwartungen an den Rekordmeister sind im eigenen Land nicht gering. Und dementsprechend trat das Team in Malmö auf. Mit allen vier nominierten Magdeburgern in der Startformation ging die Drei-Kronen-Nation direkt mit 2:0 in Führung. Aber: Die Niederlande zogen nach, sorgen mit ihren schnellen Spielern für ordentlich Aufwind (4:4, 7.). Nicht zuletzt aufgrund eines starken Felix Claar vermeldete die Anzeigetafel nach der ersten Halbzeit ein 16:12.

Geschwächt durch die Rote Karte für Spielmacher Luc Steins (26.) hatte Oranje mehr und mehr Probleme, wieder in seinen Rhythmus zu finden. Schweden hingegen baute den Vorsprung weiter aus und feierte letztlich mit den heimischen Fans die ersten Punkte des Turniers. Das Spiel aus Magdeburger Sicht: acht Treffer für Claar (Spieler des Spiels) und je einer für Albin Lagergren und Oscar Bergendahl, Daniel Petterson blieb ohne Tor.

„Wir haben über 60 Minuten guten Handball gespielt und richtig gut in der Defensive gestanden. In der zweiten Hälfte haben wir uns noch einmal gesteigert. Das hatten wir auch etwas so erwartet. Wir wussten, dass wir den breiteren Kader haben und das haben wir ausgenutzt“, sagte Bergendahl nach Abpfiff.

Serbien - Deutschland 30:27 (13:17)

Beide Seiten setzten von Beginn an aufs Tempo, wobei die Gegner vorlegten (3:2, 4.). Derweil musste Lukas Mertens das Geschehen von der Bank aus verfolgen – und dabei ebenso viele vergebene Chancen mitansehen. Bis zur Pause erkämpften sich seine Teamkollegen aber durch eine erstarkende Rückraumreihe einen Vier-Tore-Vorsprung. 

Im zweiten Durchgang verkürzte Serbien auf 16:18 (36.). Wenig später bekam auch Mertens seine Chance. Bevor er wirklich an den Ball kam, hatte sich das Spiel allerdings schon gedreht (22:21, 49.). Bevor es in die entscheidende Phase ging, gab es für die Teams aber erst einmal eine Pause. Da sich der Boden in einer Ecke gelöst hatte, musste das Spiel unterbrochen werden.

Die Unterbrechung half nur kurz: Zwar übernahm Deutschland zunächst (23:24, 53.), doch Serbien ließ sich nicht abschütteln, ging mit 27:25 (58.) in Führung und holte sich den Sieg.

SCM-Spielplan, 18. Januar

Am Sonntag ist die Schweiz wieder gefordert und damit auch Manuel Zehnder, der nach seiner langwierigen Verletzung bei dem Turnier sein Comeback gab. „Ich fühlt sich gut an, wieder auf dem Feld zu stehen“, sagte der Rückraumspieler. „Das Unentschieden gegen die Faröer war ärgerlich, aber wir haben Charakter gezeigt. Gegen Slowenien wird es ähnlich schwer. Da steht uns viel Erfahrung gegenüber. Aber wenn wir uns an unseren Plan halten, holen wir hoffentlich die zwei Punkte.“

18.00 Uhr // Polen vs. Island 
20.30 Uhr // Rumänien vs. Dänemark 
20.30 Uhr // Schweiz vs. Slowenien 

Alle Spiele werden bei sportschau.de und Dyn übertragen

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